Wo das Herz schlägt.

„Die Bremer Brücke ist seit Ewigkeit für alle hier ein Stück Geborgenheit“ – so heißt es in einem alten VfL-Lied. Und in der Tat versprüht das Stadion wie kaum ein zweites in Deutschland den Charme vergangener Tage. Dies liegt insbesondere an der heute fast einmaligen Lage mitten im alten Osnabrücker Arbeiterstadtteil Schinkel, in dem die Flutlichtmasten vor allem bei Abendspielen zuverlässig den Weg zum Stadion weisen. Erbaut wurde die seinerzeit „modernste Spielstätte Osnabrücks“ ab dem 21. November 1931 durch den SC Rapid, der sich vorübergehend vom VfL abgespalten hatte. Die Einweihung erfolgte am 22. Mai 1933. Nach einer ersten kleinen Erweiterung im Jahr 1938 wurde das Stadion während des 2. Weltkrieges schwer beschädigt und schließlich von den Vereinsmitgliedern in monatelanger Arbeit wiederaufgebaut. In den folgenden Jahrzehnten wurde das Stadion langsam aber stetig weiterentwickelt und vergrößert, so sollen bei der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft im Jahr 1952 über 35.000 Menschen im Stadion gewesen sein! Während der VfL Ende der 60er in seine „Goldenen Jahre“ aufbrach, wirkte das Stadion jedoch eher baufällig, sodass die Stadt das Fassungsvermögen offiziell auf 28.500 begrenzte und schließlich im Jahr 1974 mit einer grundlegenden Erneuerung begann. Moderne Betonstufen, eine Überdachung von Haupt-, Ost- und Westtribüne und die neue Flutlichtanlage bildeten die ersten Schritte. Nach einer erfolgreichen Grundstücksenteignung konnte schließlich auch die „berühmteste Zahnlücke“ des deutschen Fußballs in der Nordwestecke des Stadions geschlossen werden – allerdings zunächst niedriger als die angrenzenden Tribünenbereiche, sodass der Begriff „Omas Ecke“ auch heute noch geläufig ist. Im Jahr 2008 wurde das Stadion mit dem Abriss der alten Nordgeraden und dem Neubau der modernen Sitzplatztribüne Nord mit Funktionstrakt sowie der Installation von zwei Anzeigetafeln und einer Rasenheizung noch einmal erheblich modernisiert. Nachdem das Stadion seit 1995 unterschiedliche Namen getragen hatte, legt der VfL Osnabrück seit dem Jahr 2017 mit der Rückkehr zum alten Stadionnamen Bremer Brücke verstärkt Wert auf die Tradition des eigenen Standortes. Das Stadion wird innerhalb der eigenen Anhängerschaft geliebt, wird von Groundhoppern wegen der besonderen Nähe zum Spielfeld gerne besucht und ist insbesondere bei Flutlichtspielen von gegnerischen Teams wegen seiner besonderen Atmosphäre gefürchtet.